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Philip Morris Forschungspreis für Quantenkryptographie
Auch Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer erhält Auszeichnung
Quantenexperimente auf eisigen Alpengipfeln, Datenspeicher für die Computer von übermorgen,
Druckknopf-Verbindungen für Eiweißstoffe und Metamodelle von Wirtschaftsunternehmen - vier ganz
unterschiedliche und richtungsweisende Forschungsprojekte werden in diesem Jahr mit dem Philip Morris
Forschungspreis ausgezeichnet. Diese Entscheidung der Jury hat am Dienstag die Philip Morris Stiftung in München
bekannt gegeben. Den mit insgesamt 100.000 Euro dotierten Preis teilen sich in diesem Jahr vier Forscher und
Forscherteams aus München, Hamburg, Garching und Saarbrücken.
Der an der Universität München forschende österreichische Physiker Prof. Dr. Harald Weinfurter erhält die
Auszeichnung für seine Entwicklungen zur Quantenkryptographie. Prof. Weinfurter und sein deutscher Kollege Dr.
Christian Kurtsiefer haben kompakte, preiswerte und zuverlässige Geräte für die Verschlüsselung und die Übertragung
entwickelt. Damit konnten sie die sichere Übertragung auch bei extremer Witterung über mehr als 23 Kilometer
zwischen den Alpengipfeln von Zugspitze und westlicher Karwendelspitze nachweisen.
Für neue Grundlagen zur Datenspeicherung in kommenden Computergenerationen erhalten die Hamburger Physiker
Prof. Dr. Roland Wiesendanger und sein Kollege Dr. Matthias Bode den Philip Morris Forschungspreis. Sie haben
Verfahren entwickelt, um winzige magnetische Veränderungen bis an die Grenze des physikalisch Möglichen zu
erzeugen und zu messen. Mit dieser "Ultimativen magnetischen Mikroskopie", die bis in Dimensionen
einzelner Atome vordringt, sollen die Speichergrößen von Computer-Festplatten auch in den nächsten zwanzig
Jahren weiter so anwachsen können wie in den vergangenen Jahren.
Der Biochemiker Prof. Dr. Horst Kessler von der Technischen Universität München in Garching untersucht, wie
Proteine in lebenden Organismen zusammenspielen oder wie sie sich gegenseitig blockieren. Dabei hat er die
Analysemethode der Kernresonanz-Spektroskopie wesentlich verfeinert. So lassen sich jetzt Form und Struktur von
kleinen Eiweißmolekülen, so genannten Peptiden, in natürlicher Umgebung exakt bestimmen. Dies wiederum ermöglicht
es, auch komplizierte, dazu passende Strukturen zu finden, die sich wie die Teile eines Druckknopfs ergänzen
und gemeinsam wirksam werden. Derartige Wechselwirkungen sind die Grundlage vieler biologischer Prozesse. Sie
lassen sich durch die Arbeiten von Prof. Kessler nachahmen, etwa um künstliche Oberflächen biologisch verträglich
und stabil zu beschichten.
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Eine Anwendung in zahlreichen
Unternehmen haben bereits die Forschungsarbeiten des Wirtschaftsinformatikers Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer
von der Universität Saarbrücken gefunden. Ihm sei es gelungen, die vielfältigen, nur schwer beschreibbaren
Abläufe in einem Unternehmen für die Planung und Betreuung durch Computer zugänglich zu machen. Prof. Scheer
konnte sein System ARIS - "Architektur integrierter Informationssysteme" jedoch vor zehn Jahren erst
durch Gründung einer eigenen Firma durchsetzen. Jetzt ist das Verfahren in vielen Bereichen weiterentwickelt,
breit anerkannt und wird weltweit rund 35.000-mal eingesetzt, unter anderem auch zur Computer-kompatiblen
Organisation sich entwickelnder Staaten oder zur Reorganisation von Hochschulen und Streitkräften. Das
Unternehmen, das Prof. Scheer gründete, hat inzwischen über 1.400 Mitarbeiter.
Der Philip Morris Forschungspreis wird seit 1983 jährlich verliehen. Die Philip Morris Stiftung hat sich zum
Ziel gesetzt, durch intensive Öffentlichkeitsarbeit Forscher und ihre Projekte einer breiten Öffentlichkeit
bekannt zu machen und damit Berührungsängste zu Wissenschaft und Technik abzubauen. So will die Philip Morris
GmbH ihr Engagement für die Gesellschaft und ihre Bereitschaft zum Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen
demonstrieren.
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