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Fraunhofer testet digitales Wasserzeichen im Radioprogramm
Verfahren für Mehrwertdienste und Werbekontrolle
Hörfunksendungen lassen sich zuverlässig, live und ohne großen Aufwand mit "digitalen
Wasserzeichen" signieren. Das hat jetzt ein Feldversuch der beiden Fraunhofer-Institute IPSI (Darmstadt)
und IIS (Erlangen) mit dem Darmstädter Lokalradio RADAR gezeigt. Auf der CeBIT 2003 im März will man die
Technik der breiten Öffentlichkeit präsentieren.
Digitale Wasserzeichen sind Informationen wie beispielsweise Kundennummer, Sendetermin, Sendername und Künstler,
die "on the fly" in die Audiodaten eingebettet werden und sich wieder auslesen lassen, ohne dass die
Tonqualität hörbar leidet. Sie können so zwar keine Raubkopien verhindern, sollen aber zumindest die
kommerzielle Verwertung von Raubkopien erheblich erschweren.
Im Rahmen des Transmark-Projektes haben die Fraunhofer-Institute IPSI und IIS gemeinsam mit dem Darmstädter
Radiosender RADAR einen Versuch zur Evaluierung der Resistenz digitaler Audiowasserzeichen gegenüber Radioübertragungen
durchgeführt. Dazu wurde ein vorproduziertes einstündiges Programm der Sendung GospelRock mit
Wasserzeichenverfahren unterschiedlicher Stärke markiert. Zum Einsatz kam ein Algorithmus von Fraunhofer IIS
und eine Entwicklung des IPSI-Spin-offs Platanista.
Die Übertragung wurde an verschiedenen Stellen aufgezeichnet, wobei ein Großteil der Wasserzeichen wieder
ausgelesen werden konnte. Bei entsprechend stark eingebetteten Wasserzeichen lag die Erfolsgquote bei 100
Prozent. Aber auch Wasserzeichen, die die Qualität der Audiodaten nicht hörbar beeinträchtigen, hätten in
den meisten Fällen die Radioübertragung überstanden, so die Forscher. Dabei hat man bewusst auf hochwertige
Spezialgeräte verzichtet und stattdessen einfache Radiogeräte verwendet, deren Signal auf Laptops
aufgezeichnet wurde. Auch interne PC-Radiokarten wurden erfolgreich eingesetzt.
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Einem Einsatz digitaler Wasserzeichen
stünden damit keine Hindernisse hinsichtlich der Hardware-Anforderungen auf Seiten der Hörer entgegen: Jeder,
der ein Radiosignal digital aufzeichnen kann, sei auch in der Lage, die Wasserzeichen auszulesen.
Das Transmark-Projekt ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt zu
Konzeption, Entwicklung und Evaluierung von Transaktions-Wasserzeichen. Diese Wasserzeichen sind in der Lage,
Datenmaterial in Echtzeit beispielsweise in Online-Shops zu markieren. Es werden sowohl Verfahren im Audio- als
auch im Videobereich untersucht.
Als Einsatzgebiete werden sehr einfache Mechanismen zur Kontrolle von Übertragungen genannt, z.B. können
Werbende so effizient die Sendung ihrer Spots protokollieren. Zum anderen sind aber auch Mehrwertdienste
denkbar: In Musikstücken können der Titel oder Name des Künstlers eingebettet werden, aber auch Informationen
über Internetseiten, auf denen das Musikstück gekauft werden kann. Im nächsten Schritt ist es für
Musikverlage denkbar, den Erfolg von Promotionaktionen im Zusammenspiel mit Radiosendern und Online-Shops zu prüfen
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| Quelle: Golem.de News 30.01.2003 |
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