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Mail-Wurm verbreitet sich über Netzwerk-Laufwerke und KaZaa

Oror-Wurm versucht Virenscanner und Firewall-Software zu deaktivieren

Zahlreiche Hersteller von Antiviren-Software warnen vor dem Oror-Wurm, der sich sowohl über E-Mail als auch über Netzwerk-Laufwerke sowie das KaZaa-Netzwerk verbreitet und bereits in sechs Varianten vorliegen soll. Zudem schleust der Wurm eine IRC-Hintertür ein, um über den Chat-Dienst Kontrolle über das befallene System zu erlangen. Schließlich löscht der Wurm zahlreiche Dateien und deaktiviert laufende Virenscanner.

Der in Visual C++ geschriebene Wurm-Code besteht aus einer 120 KByte großen, ausführbaren Windows-Datei, die unter zufällig ausgewählten Namen auf angeschlossenen Netzwerk-Laufwerken oder in einem vorhandenen KaZaa-Verzeichnis abgelegt wird. Damit sich der Wurm über ein Netzwerk-Laufwerk verbreiten kann, muss dieses einen vollen Zugriff gewähren. Glückt die Verbreitung, sorgt der Oror-Wurm dafür, dass er auf angeschlossenen Systemen automatisch beim nächsten Rechnerstart ausgeführt wird. Für die Verbreitung über das KaZaa-Netzwerk kopiert sich der Wurm mit ebenfalls zufällig gewählten Namen in ein KaZaa-Verzeichnis und wartet darauf, sich in andere Systeme einzunisten, um dort ausgeführt zu werden.

Für die Verbreitung über E-Mails sucht der Wurm nach passenden Adressen im Posteingang des E-Mail-Clients sowie im Windows-Adressbuch und versendet sich über die Windows-MAPI-Funktion an alle gefundenen Adressaten. Der eigentliche Wurm-Code steckt im Mail-Anhang und weist ebenfalls zufällig ausgewählte Namen auf. Ebenso werden Betreff und Nachrichtentext zufällig ausgewählt. Wird der Wurm-Anhang gestartet, erscheint eine gefälschte WinZip-Fehlermeldung. Auf einem befallenen System kopiert sich der Oror-Wurm in das Windows-Verzeichnis und sorgt durch einen passenden Registry-Eintrag dafür, dass dieser bei jedem Systemstart ausgeführt wird. Zudem legt er sich auch im Windows-System-Verzeichnis und im Programme-Ordner unter wechselnden Dateinamen ab, die ebenfalls bei jedem Neustart geladen werden.

Die Hintertür, die der Wurm im Chat-Client IRC anlegt, erlaubt es einem Angreifer, Kontrolle über das befallene System zu erlangen. Darüber lassen sich dann Dateien senden, empfangen oder ausführen. Aber auch der Versand von Spam-Nachrichten oder ein Neustart des Rechners ist so möglich. Damit der Schädling nicht von Virenscannern erkannt wird, versucht der Wurm, laufende Antiviren-Software und Software-Firewalls aus dem Speicher zu entfernen und löscht auch entsprechende Dateien auf der Festplatte.

Die Anbieter von Antiviren-Software bieten aktualisierte Virensignaturen an, damit der verwendete Virenscanner auch diesen Unhold entdeckt und unschädlich machen kann.
 Quelle: Golem.de News 07.11.2002
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